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SIEGEN. Ein plötzlicher Herzinfarkt kann jeden treffen. Doch die Symptome unterscheiden sich oft zwischen Männern und Frauen. Während Männer meist mit typischen Brustschmerzen reagieren, zeigen sich bei Frauen häufig unklare Beschwerden wie Atemnot, Übelkeit oder Müdigkeit. Fehlendes Bewusstsein für weibliche Symptome kann gravierende Folgen haben: Frauen suchen meist später ärztliche Hilfe auf und haben daher eine höhere Sterblichkeitsrate nach einem Infarkt. Prof. Dr. med. Dursun Gündüz und Priv.-Doz. Dr. med. Damir Erkapic, Kardiologe in Siegen, appellieren vor diesem Hintergrund: „Frauen sollten entsprechende Symptome ernst nehmen und im Zweifel lieber einmal zu viel die 112 wählen. Denn Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen in Deutschland.“
Viele Frauen rechnen bei Beschwerden wie Bauch- oder Armschmerzen nicht mit einem Herzinfarkt, sondern vermuten andere Ursachen wie Stress oder eine harmlose Erkrankung. Studien zeigen, dass Frauen im Durchschnitt deutlich länger warten, bis sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Besonders bei älteren Frauen ist diese Verzögerung gravierend: Während Männer meist nach dreieinhalb Stunden im Krankenhaus sind, dauert es bei Frauen über 65 Jahren im Schnitt viereinhalb Stunden. Doch bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute, da das betroffene Herzmuskelgewebe ohne schnelle Behandlung irreversible Schäden davontragen kann.
Bis zur Menopause profitieren Frauen von den gefäßschützenden Wirkungen des Hormons Östrogen. Dessen Konzentration sinkt jedoch mit zunehmenden Alter. Mit den Wechseljahren steigt damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen rapide an. Besonders gefährdet sind Raucherinnen und Frauen mit einer genetischen Veranlagung für hohe Cholesterinwerte. Zudem können Diabetikerinnen aufgrund der mit der Erkrankung einhergehenden gestörten Schmerzempfindung einen Herzinfarkt oft nicht rechtzeitig erkennen. Dr. med. Damir Erkapic: „Eine bewusste Vorsorge, eine gesunde Lebensweise, besondere Aufmerksamkeit bei Vorerkrankungen und das frühzeitige Erkennen von Symptomen sind daher entscheidend, um das Risiko zu senken und Leben zu retten.“
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